Was ist Grattage by Kirill?

Grattage - setzt Können und Erfahrung voraus

Diese besondere künstlerische Technik wurde in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts von dem Maler Max Ernst entwickelt.  Der Begriff „Grattage“ leitet sich von dem französischen Verb „gratter“ für „Abkratzen“ ab und steht für eine künstlerische Technik, bei der Malschichten, die übereinander aufgetragen sind, mit einem Gegenstand abgekratzt oder abgeschabt werden. Kirill Gorodetskiy hat diese Technik für seine eigenen Zwecke individualisiert und weiter entwickelt. Seine Blätter werden in äußerst aufwendigen Prozessen angefertigt. Vieles davon bleibt sein Geheimnis. In der Regel benötigt er mindestens vier Wochen, bis eine neue Grafik entstanden ist und seine Zustimmung findet. In Russland gilt er bereits als „der Meister der Grattage“.

Grattage – Gedanken von Kirill Gorodetskiy

Seine Begeisterung an der besonderen Technik, aber auch die große Herausforderung, mit der schwierigen Grattage-Technik umzugehen, beschreibt der Künstler wie folgt:

Die Grattage – eine uralte Technik

Die Grattage (französisch: gratter, abkratzen) ist eine uralte Technik. Bereits in der Urzeit, noch lange vor der Erfindung der Farben, “kratzten” die ersten Künstler Zeichnungen von Göttern und Tieren auf Steine. Das waren die ersten Grattage-Werke. Viele von uns erinnern sich – sie malten in ihrer Kindheit mit Stäbchen auf nassem Sand, auch das ist Grattage.

Mit dem Malmesser Linien hinterlassen

Mir gefällt es zu beobachten, wie mein Malmesser eine Linie auf der Oberfläche hinterlässt, wie seine Spur sich mit Farbe füllt, wie eine Abbildung und Idee Gestalt annimmt. Wenn die Hand schwankt und das Messer nur ein wenig seine Richtung verfehlt, dann kann man nichts mehr ändern. Das passiert sehr oft. Dann nimmst du ein neues Blatt und beginnst von vorne.

Grattage: erfordert Ausdauer und Stärke

Heute ist die Zeit der schnellen Entscheidungen, Grattage ist eine langwierige Technik. Sie erinnert quasi daran, dass jeder Prozess seine Dauer und Kraft erfordert, um sich zu vervollständigen. Hier benötigt man volle Konzentration, Aufmerksamkeit und eine geübte Hand.

Manchmal entsteht etwas Skurriles

Nachdem das Werk getrocknet ist, mache ich mich wieder an die Arbeit. Und so immer und immer wieder. Danach beginnt der Ätzprozess der Blattoberfläche, welcher nur sehr schwer kontrolliert werden kann, oft zerstört er die Arbeit, aber manchmal entsteht etwas sehr Skurriles, nicht so von Anfang an geplant.

Grattage - in der Eremitage St. Petersburg

Anschließend wird die Grafik mit Wachs bedeckt und poliert. Heute sind meine Werke in der Eremitage in St. Petersburg ausgestellt. Interessant, was sie wohl dort fühlen, was sie hören, während sie an diesen besonderen Wänden hängen. Hier begreift man die Flüchtigkeit der Zeit und des Lebens. Man fühlt sich wie ein Sandkorn unter Giganten. Eine Berührung mit der Ewigkeit.

Grattage by Kirill - Eremitage
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